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China - Guilin
Ankunft in Guilin, Flußfahrt & Reisfelder
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In weniger als drei Stunden erreichen wir das Universal Hotel in Guilin. Auf dem Weg dorthin erzählt uns unsere
Reiseleiterin, wie stolz sie auf ihre schöne Stadt ist; soweit wir das überlicken können, sehen wir überall nur alte,
hässliche Gebäude und ein paar neue Hochhäuser im sozialen Wohnungsbaustil, die aber angeblich die Zukunft Chinas darstellen.
Man muss schon Chinese sein, um mit 120 Nachbarn in einem solchen Klotz wohnen zu wollen.
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Auch dieses Hotel macht von der Eingangshalle her wieder einen guten Eindruck, aber in Bezug auf Sauberkeit kann
es nicht mit den vorherigen beiden mithalten. Leider trifft das auch für das Frühstück zu - immerhin gibt es jetzt
ein chinesisches Buffet, an dem man noch etwas zur Stärkung finden kann, wenn man keine Blätterteigbrötchen zum Frühstück
mehr sehen kann.
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Auf jeden Fall haben wir einen schönen Ausblick auf die Uferpromenade, wohl dem, der sein Ohropax
nicht vergessen hat, sonst ist an Schlaf nicht zu denken.
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7.Tag:
Das erste Tag in Guilin beginnt mit einer Flußfahrt auf dem Li. Nach Guilin fährt man hauptsächlich wegen
der Landschaft mit ihren Karstbergen, ansonsten hat die Stadt, die trotz der 650000 Einwohner für chinesische
Verhältnisse ein Dorf ist, nicht wirklich viel zu bieten. Also verbringen wir den Vormittag auf einem Schiff.
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Während der Fahrt werden wir von unserer Reiseleitung immer wieder auf besondere Felsformationen mit ihrem Namen
hingewiesen. Bei jeder dieser Ankündigungen wiederholt sie, dass man insbesondere im chinesischen
viel Phantasie besitzen muss, um die Figuren auch zu erkennen. Stimmt... Kann ich so stehenlassen...
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Das sehr dürftige Mittagessen, das uns auf dem Schiff gereicht wird, sättigt nicht wirklich, so dass wir unsere
Mägen schließlich mit einem Schlangenschnaps (eigentlich ein einfacher Kräuterschnaps, in dem ein paar Schlangen
und andere Kriechtiere eingelegt wurden) betäuben. Auch gut, dass wir nicht vorher mitbekommen haben, dass das Geschirr
im nicht gerade sauberen Flusswasser gespült wird.
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Die meiste Zeit steht unsere Gruppe auch auf dem Deck und knippst, was die Kameras hergeben. Diejenigen, die
sich drinnen aufhalten, haben entweder das große Glück, dass Einheimische mit ihren Kajaks an die Fenster
heranpaddeln und ihren Kitsch loswerden möchten oder wenn gerade mal keiner anlegt hat, der Kapitän mit
einer Auswahl an Bildbänden von Guilin herumwandert.
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So gegen 14 Uhr ist die Fahrt zu Ende und wir finden uns in dem kleinen Ort Yangshuo mit tausenden von Touristen (hauptsächlich
Chinesen) wieder. Über mehrere Kilometer gehen die Stände des "Hallo-Hallo-Markts". Und wirklich an jedem Stand
hören wir "Hallo, Postcards!" oder "Hallo, Look!", während wir uns durch die mit Menschenmassen verstopften
Wege quälen. Nervig und nicht mehr zu überbieten. Spätestens jetzt ist das Weltbild vom zurückhaltenden und ruhigen
Asiaten endgültig zerstört.
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Aber unsere Reiseleiterin hat schon alles vorbereitet: Am Ende der Straße erwarten uns drei Elektrowagen
für unseren Ausflug auf die Reisfelder.
Unsere Reiseleitung behauptet zwar, dass wir jetzt das echte Landleben zu sehen bekommen, aber irgendwie werden
wir während der Besichtigung das Gefühl nicht los, dass hier alles extra für uns arrangiert wurde.
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Also fahren wir durch die wirklich schöne Landschaft und bei jedem Landarbeiter wird mit den Worten angehalten:
"...und jetzt fünf Minuten zum Photo machen!". Wir kommen uns wie bei einem Zoobesuch oder einer Tiersafari vor,
nur dass es hier nicht um Tiere, sondern Menschen geht. Auf jeden Fall hat sie keine Skrupel, ihre Landsleute so
vorzuführen.
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Als sich einer der Landarbeiter plötzlich lauthals meldet (ohne ihn verstanden zu haben: er wollte Geld dafür
sehen, andauernd angestarrt und geknippst zu werden) und nach einem längeren Wortgefecht, kramt unsere
Reiseleitung, um den Mann ruhig zu stellen, 5 Yuan (50 Cent) aus ihrem bestimmt
nicht falschen Gucci-Täschchen hervor, mit der Geste, diese noch mit seinen Kollegen zu teilen. Andere
kommen mit den Worten "Please, pay me!" direkt auf uns zugestürzt.
Hier in Südchina wird uns der Unterschied zwischen reich und arm besonders deutlich.
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Am Abend besuchen wir Guilins Fußgängerzone und den Nachtmarkt, die ganz in der Nähe unseres Hotels liegen. Hier gibt es
viele kleine und übersichtliche Geschäfte und wer bis dahin noch keine Souvenirs für zu Hause hat, der sollte
unbedingt hier auf Einkaufstour gehen (später in Shanghai wird es diese kompakte Auswahl nicht mehr geben, dafür
aber viele teure Markenartikel).
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Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir noch an den goldenen und silbernen Pagoden vorbei. Es bietet sich uns
ein phantastisches Lichterspiel aus grünen, blauen, roten und gelben Licht, mit dem Weg, Botanik und
Steinfiguren angeleuchtet werden.
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